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Geschrieben von Eva //

Das Ego

Das Ego ist etwas Schönes.
Oh, es ist sogar etwas sehr Schönes.

Es gibt mir die Möglichkeit, jemand zu sein, etwas auf dieser Erde zu kreieren – zu verkörpern.
Ich kann mir einen Namen geben, eine Rolle.
Ich kann mich definieren.
Ob durch Kunst oder Handwerk: es gibt mir immer wieder die Chance zu entscheiden, wer ich heutʼ sein möchte und wer nicht.

Ja, mein Ego kann verletzt werden und Gott es kann verdammt wehtun.
Doch ist es nicht genau das: es zu heilen – das Hässliche in mir zu umarmen, loszulassen und anzunehmen?

Ich denke, ein innerer Konflikt entsteht, wenn ich mich an mein Ego klammere,
wenn ich denke, ich sei mein Ego.
Wenn es mir schwerfällt zu verstehen, dass mein Ego nur mein Kleidungsstück ist – ein Kleidungsstück, das ich jeden Morgen neu auswählen darf.

Und wenn mir dieses Kleidungsstück nicht mehr gefällt?
Dann ziehe ich es eben aus und entscheide mich für ein neues – ein Kleid zum Beispiel. (Oder bleibe gar nackt.)

Nun, vielleicht ist es nicht immer leicht.
Vielleicht lasten schwere Ketten an ihm, welche ich erst loslassen lernen darf.
Aber es ist es wert – wert, Teil dieses Theaters zu sein und zu spielen.



Für mich ist das Ego also eine reine Ausdrucksform.
Ich brauche mein Ego nicht, aber ich möchte mich selbst erleben.
Jetzt – so wie ich bin.

Vielleicht möchte es einfach verstanden werden – mein Kleid.
Ja, vielleicht so.

Und dann, ganz leise, darf sogar Ruhe einkehren.


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